Warum Ordnung das halbe Leben ist

Weil es so ist. Ja gut, das wäre jetzt etwas zu einfach… Was ich Euch aber zeigen möchte ist, warum es toll sein kann, ein bisschen Ordnung in der Wohnung zu haben und wie Ihr das easy schaffen könnt.

Manchmal beneide ich Freundinnen, die sich in ihren bunten nicht gestylten aber gemütlichen Wohnungen rundum wohl fühlen.  Da sind alle Möbel wild zusammengesucht, das Badezimmer quillt über mit verschiedensten Kosmetika und Schmuck, auf den Nachtkästchen stapeln sich die Bücher und in der Küche gibt es eine wilde Tassensammlung aus den 90ern. Das hat auch seinen Charme, weil diese Mädels meistens das entspanntere Leben führen, aber Leute ich bin ehrlich – ich kann das nicht. Klar schaut es bei uns manchmal auch chaotisch aus. Unser Esszimmertisch, an dem locker sechs Personen Platz haben ist in der Regel zur Hälfte mit Post, Zeitschriften und allem möglichen Alltagsmist überfüllt. Die stummen Diener im Schlafzimmer sind vor allem deswegen stumm, weil sie unter unseren Klamottenbergen den Mund nicht mehr aufbekommen. Einmal in der Woche reißt es mich aber und alles wird aufgeräumt. Das sind aber jetzt eher die alltäglichen Ordnungsprobleme. Was ich mit Ordnung und halbes Leben meine, sind Grundsätzlichkeiten. Ich zeige Euch heute, wir Ihr es schafft, mit ein paar kleinen Tricks in drei Schritten Ordnung zu schaffen, ohne ständig groß aufräumen zu müssen.

 

1. Regelmäßig ausmisten

Damit beziehe ich mich nicht nur auf den Kleiderschrank. Meine Kleidung miste ich übrigens alle sechs Monate aus. Und zwar dann, wenn ich zwischen Sommer- und Wintergarderobe wechsle. Dann tauschen die dicken Pullis mit Shorts und Kleidchen ihren Platz und in diesem Zug wird auch einmal komplett durchsortiert. Hier gehe ich nach einem ganz einfachen Prinzip vor: alles, was ich über ein Jahr nicht angezogen habe, nicht mehr passt oder kaputt ist kommt weg. Klar gibt es auch Herzensteile, die ich nicht getragen habe, von denen ich mich aber unmöglich trennen kann, die haben dann einen Joker und kommen in den Recall. Aber alles andere wird rigoros aussortiert. Dabei muss man einfach ehrlich und hart mit sich selbst sein. Wenn ich den Schrank durch habe, widme ich mich am nächsten Tag den Badschränken und danach den Papier- und Zeitschriftenstapeln im Arbeitszimmer.

 

2. Sich trennen

Habe ich beschlossen, was ich nicht behalten möchte, wird kategorisiert. Manche Teile sind einfach zu neu, zu teuer, zu gut erhalten und schlichtweg zu schade um sie wegzuschmeißen. Also  stelle ich mir beim Ausmisten vier Kisten bereit: 1. Wegwerfen, 2. Umfunktionieren, 3. Verschenken, 4. Verkaufen.

1. Wegwerfen: in diese Kiste (ok, sind wir realistisch, es ist eine Restmülltüte und eine Tasche für Papierabfall) kommt alles, was wirklich nicht mehr brauchbar ist. Dazu gehören abgelaufene Kosmetika, alte Rechnungen, verschlissene Gürtel und ausgeleierte Haargummis.

2. Umfunktionieren: zerlöcherte Socken und alte T-Shirts kommen in die Sammlung mit den Putzlappen oder in den Altkleidercontainer. Kleidungsstücke, die nicht mehr richtig passen, werden gecheckt ob man sie evtl. ändern und noch retten kann. Badartikel, die bald leer werden und kleine Proben, die noch gut sind, wandern in die Kosmetiktasche fürs Fitnessstudio. Einzelne Zeitschriften und Kataloge blättere ich durch und schneide mir relevante Artikel aus (z.B. Rezepte, Interior-Inspriationen, DIY-Anleitungen). Die Abbonnement-Zeitschriften kommen zu den anderen Ausgaben.

 

3. Verschenken: getragene, günstige Kleidungsstücke und Basics von H&M oder Zara bringen im Einzelverkauf kaum Umsatz. Da steht der zeitliche Aufwand nicht im Verhältnis. Wenn die Teile noch wirklich gut erhalten sind und nicht vom waschen verzogen, verfärbt oder eingegangen sind, verschenke ich sie. Das geht am besten bei der örtlichen Kleiderkammer oder ich gebe Sie an Bekannte weiter, die Verwandte im Ausland haben. Die freuen sich nämlich immer über neue Klamotten, weil sie sich selbst das 10,-€ T-Shirt von H&M oftmals nicht leisten können. Kosmetika und Fehlkäufe, die noch fast voll sind verschenke ich ebenfalls mit den Kleidern an unsere Bekannten oder gebe sie an Freundinnen ab. Zeitschriften, die aktuell sind bringe ich Kolleginnen mit in die Arbeit für den Pausenraum.

4. Verkaufen: am besten lassen sich Designer-/Markenware und sehr gut erhaltene Produkte verkaufen. Wo und wie Ihr Eure Sachen am liebsten zu Geld macht, ist Geschmacksache. Grundsätzlich gibt es zwei klassische Wege – online auf verschiedenen Verkaufsplattformen oder direkt auf Flohmärkten, Kleiderbazaren oder im regionalen Anzeigenblatt. Beim Onlineverkauf ist es wichtig, die passende Plattform zu finden. Ich nutze für Kleidungsstücke am liebsten Kleiderkreisel, weil hier die Zielgruppe für meine Sachen vertreten ist (keine Werbung!). Egal, welches Portal Ihr nutzt, wichtig sind folgende Punkte: Zielgruppe der Plattform muss zur Ware passen, hochwertige Fotos und eine gute Produktbeschreibung bringen höhere Einnahmen, inkludierte Versandgebühren und Mengenrabatte locken Käufer an. Verhandlungsbereitschaft macht Euch sympathisch und wenn Euch das schwer fällt denkt immer daran, ob Euch ein paar Euro weniger nicht lieber sind, als das Teil ewig rumliegen zu haben. Designerklamotten, Bücher und Elektrogräte lassen sich übrigens auch super in kompletten Paketen eintauschen. Ihr packt alles zusammen, schickt es an die jeweiligen Händler ein und bekommt im besten Fall einen guten Preis für Alles angeboten. Nachteil: man verdient etwas weniger als im Einzelverkauf, Vorteil: man ist alles auf einen Schlag los und es spart viel Zeit und Mühe.

Bei Flohmarktware empfehle ich Euch, die Preise nicht zu hoch anzusetzen. Sonst nehmt Ihr am Abend wieder alles mit nach Hause. Macht eine Kiste mit 1,-€ Ware (z.B. Basic T-Shirts, Bücher, Modeschmuck) und eine mit 3,-€ Ware (Schuhe, Geldbeutel, Geschirr). Das lenkt die Aufmerksamkeit auf Euren Stand und lockt Käufer an. Den Preis der anderen Teile bestimmt Ihr so: was wollt Ihr mindestes dafür haben Plus 30% und damit geht Ihr in die Verhandlung. Es geht doch jedem so, dass Handeln Spaß macht, Eure Käufer freuen sich, wenn sie ein Schnäppchen machen und Euer Teil landet bei Jemandem, der den Stand mit einem lächeln verlässt. Damit Euch der Spaß nicht vergeht – seid Euch immer bewusst, dass Ihr Flohmarktware in der Regel maximal zu einem Drittel des Neupreises verkaufen könnt. Bevor diese Kiste in den Keller wandert beschrifte ich sie detailliert (Kleidung/Schuhe/Schmuck/Elektro/Deko/Küche). So kann ich gezielt ein Teil raussuchen, falls ich es doch spontan online verkaufen will.

 

3. Aufräumen

Wenn Ihr Ausmisten und Trennung hinter Euch habt, kommt der schöne letzte Teil: aufräumen, einsortieren und alles hübsch machen. Hier gehe ich nach den einfachsten Regeln der Ordnung vor: nach Farben und Größen sortieren. Das macht alles gleich doppelt ordentlich. Kleinteile, die sichtbar sind, wie zum Beispiel Mützen und Schals, Papierkram oder Schminksachen, kommen in Kisten oder Beutel. Das bringt einen cleanen Look und Ihr könnt bei Spontanbesuch alles in Sekundenschnelle verschwinden lassen. Unsere Mützen und Schals im Flur habe ich in meiner geliebten 123Yeah- Glitzertasche untergebracht. Wie Ihr Oben sehen könnt, habe ich berufsbedingt wahnsinnig viele Blazer und Blusen. Die habe ich alle farblich geordnet sodass ich die Sachen auch sofort finde. Außerdem vergesse ich somit manche Klamotten nicht. Meine Hosen sind nach Schwarz, Bunt und Jeans geordnet. Bei den T-Shirts orientiere ich mich ebenfalls an den Farben. In den Boxen bewahre ich saisonalen Kleinkrusch auf – Skiunterwäsche, Tücher, Trachtenteile. Ein wichtiger Punkt, weshalb mein Schrankinneres so geordnet wirkt: ich habe Platz und kann meine Sachen somit großzügig einräumen. Warum? Weil ich regelmäßig aussortiere. Na, Quintessenz gecheckt?

 

Wie macht Ihr das so? Habt Ihr Tipps, Tricks oder ganz andere Strategien zum ausmisten und ordnen? Bevorzugt Ihr zum Verkaufen Online oder Flohmarkt? Wie sortiert Ihr Eure Sachen? Falls Ihr Motivation oder konkrete Unterstützung benötigt, schreibt mir auch. Ich komm vorbei, stelle alles auf den Kopf und ordne Euer halbes Leben. Versprochen!

8 Gedanken zu “Warum Ordnung das halbe Leben ist

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