Selbstgemachter Sirup aus Holunderblüten – kinderleicht und superlecker!

Seit Jahren wollte ich meinen eigenen Holunderblütensirup machen. Meistens ist mir die Idee dazu entweder im Winter, im Herbst oder an Ostern gekommen – also wirklich niemals, wenn der Holunder auch nur annähernd geblüht hat. Und wenn es soweit war, habe ich mein Vorhaben wieder vergessen und die Holunderblüte verpasst. Aber 2015 sollte alles anders sein! Dieses Jahr ist mir das nämlich nicht wieder passiert. Bereits Ende Mai habe ich sämtlichen Holunderbüschen in der näheren Umgebung aufgelauert und mir ganz genau gemerkt, wo die großen Büsche mit besonders viel Potential stehen. Und diese Woche war es dann endlich soweit. Ich bin alle meine Stalkerecken abgefahren, habe Blüten abgezwickt und es nach jahrelangem Träumen tatsächlich geschafft – mein Holunderblütensirup ist fertig!

Ich sag’s Euch. Die eigentliche Herstellung vom Holundersirup ist unfassbar einfach. Das schwierigste ist es tatsächlich, ordentliche Blüten zu bekommen. Da ist es nämlich wichtig, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen. Sie sollen frisch sein, aber schon lange genug blühen um Blütenstaub zu haben, teilweise verblüht dürfen sie aber auch nicht sein, sie sollten nicht unmittelbar an einer Straße stehen, keine Läuse haben und am besten schön groß sein. Wenn Ihr es geschafft habt, davon ausreichend Blüten zu finden, ist der Rest ein Kinderspiel.

Beim Ernten zwickt Ihr die Blütendolden einfach mit einer Schere vom Baum und zwar an der Stelle, kurz bevor sich der Zweig zu den einzelnen Blütenständen verästelt. Hardcore Holunderblütianer empfehlen die Ernte in der Mittagssonne, da die Blüten zu dieser Tageszeit besonders gut geöffnet und reich an Blütenstaub sind. Das bleibt Euch aber selbst überlassen. Wichtig ist es, dass es vor der Ernte nicht tagelang geregnet hat, weil der beste Geschmack im Blütenstaub steckt. Die Blüten schüttelt Ihr dann im Freien ein bisschen aus und verteilt sie zu Hause für eine halbe Stunde auf dem Gartentisch, damit alle restlichen Käferchen wegkrabbeln können. Für etwa 3 Liter Sirup benötigt Ihr ca. 40 Blütendolden.

Bevor es endgültig los geht, schaut Ihr die Blüten nochmal genau an, entfernt vertrocknete Blättchen, Käfer, dicke Stängel usw.. Neben den Zutaten, die Ihr unten im Rezept findet, braucht Ihr einen Topf mit ordentlich Fassungsvermögen, also am besten 5 Liter und Glasflaschen zum abfüllen. Ich habe verschiedene Größen und Formen genommen, damit ich auch welche zum Verschenken habe (Gefäße und Flaschen habe ich hierhier und hier gekauft.) Der Holunderblütensirup ist nämlich ein beliebtes Gastgeschenk, mit dem man mordsmäßig angeben kann. „Ja, ach, den habe ich neulich schnell selbstgemacht. Ja genau, zwischen meinem 50 Stunden-Job, Yoga und dem Haushalt.“ Muss ja keiner Wissen, dass das Zeug nach der Zubereitung erstmal drei Tage zum Ziehen steht und dann nochmal eine Extrabehandlung haben will… Aber trotzem – nochmal zum Anfang. Es ist wirklich KINDERLEICHT! Seht selbst…

 

Zutaten:

  • 40 Holunderdolden
  • 2 unbehandelte Zitronen
  • 2 unbehandelte Orangen
  • 40 gr Zitronensäure (bekommt Ihr für ca. 2€ in der Apotheke)
  • 2 kg Zucker (ich habe brauen Biozucker genommen, deswegen ist der Sirup dunkler geworden)
Start: Holunderblüten putzen s.o., Zitronen und Orangen heiß abwaschen und in Scheiben schneiden.
Sirup: 2L Wasser, Zucker und Zitronensäure aufkochen. Holunderblüten, Zitronen- und Orangenscheiben in ein sauberes Gefäß schichten, Sirup darüber geben. Auf keinen Fall die Blüten mit aufkochen! Wenn Ihr kein zweites Gefäß habt, nehmt den Topf von der Platte, wartet eine Minute bis nichts mehr kocht und gebt die Blüten und die Scheiben nach und nach direkt in den Kochtopf. Warten: Sirup zugedeckt drei Tage bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Zwischendurch mal umrühren.
Finish: Holunderblütensirup durch ein sehr feines Sieb (alternativ Mulltuch) gießen. Aufgefangene Blüten und Zitrusscheiben mit der Hand darüber ausdrücken. Alles erneut fünf Minuten aufkochen und in sterile(!!) Flaschen abfüllen. Fest verschließen und kühl und dunkel lagern. Der Sirup hält bis zu 12 Monate. Wer Angst vor Schimmel hat, kann die Flaschen mit dem Sirup einfrieren und bei Bedarf auftauen.

Der Sirup eignet sich bestens für Eure Sommergetränke. Klassisch im Hugo (2 Teile Prosecco, 1 Teil Mineralwasser, 3 Minzblätter, Viertel Limette, Schuss Sirup), als Limonade (1 Liter Wasser, Sirup, Scheiben von einer Biozitrone) oder auf die schnelle als Durstlöscher (Glas Wasser, Schuss Sirup). Oder eben zum Verschenken mit einem lässigen“Ja, den habe ich schnell nebenbei gemacht.“

Habt Ihr Holundersirup schonmal selbst gemacht? Wisst Ihr ein tolles Rezept, wie man den Sirup noch verwenden kann? Erzählt mir von Euren Erfahrungen!

10 Gedanken zu “Selbstgemachter Sirup aus Holunderblüten – kinderleicht und superlecker!

  1. Miss Gliss schreibt:

    Ach, wie lustig, gerade heute ist auch mein Hollerblüten-Sirup aufm Blog ;-D. Dein Rezept gefällt mir auch sehr gut. Muss ich nächstes Jahr mal ausprobieren mit den Orangen. Und wunderschöne Bilder hast Du hier!
    Liebe Grüsse
    Claudia

    Gefällt 1 Person

  2. Double five schreibt:

    Im nächsten Jahr bin ich dabei, bisher ging es mir genau so: Holunderblüte immer verpasst!
    Wie sorgst Du für Haltbarkeit des Sirups? Mir ist selbstgemachter Sirup, den ich geschenkt bekommen habe, mit Schimmel verdorben….
    Oder einfach nur schnell aufbrauchen?

    Gefällt 1 Person

    • AL Adorable Life schreibt:

      Hallo Ursula,
      da das ja mein erstes Mal ist, kann ich leider noch nicht sagen, ob meine Sachen schimmeln. Ich habe die Flaschen zur Sicherheit doppelt sterilisiert (im Ofen und dann nochmal mit kochend heißem Wasser). Im Text habe ich ja den Trick mit dem einfrieren geschrieben. Ein paar Flaschen habe ich eingefroren um zu testen, wie es funktioniert. Der Rest braucht sich bei uns bei den Temperaturen ohnehin schnell auf. Ich mache jeden Tag frisches Flavoured Water mit Sirup, Minzblättern und Zitronenscheiben.
      Liebe Grüße und viel Erfolg im nächsten Jahr!!
      Anna

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